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„Goliat muss fallen“ erschienen

Das von mir übersetzte Werk „Goliat muss fallen“ ist erschienen und kann bestellt werden. Wie gesagt – absolute Empfehlung meinerseits: Dieses Buch hat mich im Laufe der Arbeit an der Übersetzung immer mehr in seinen Bann gezogen. Es ist nicht nur wunderbar geschrieben und voller spannender Geschichten und hervorragender Beispiele, sondern auch sehr ehrlich und echte Lebens-Hilfe. Wer auch immer mit irgendetwas zu kämpfen hat in seinem Leben (und vor allem im Glaubensleben) – sei es Angst, Ablehnung, Abhängigkeit oder auch Bequemlichkeit – der findet hier Verständnis, tiefe biblische Wahrheiten und behutsame Hilfe.

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Einfach nur den Text in der anderen Sprache schreiben? – Was Übersetzer sonst noch tun…

Seit 9. Februar 2018 kann man beim Radiosender ERF Plus die von mir übersetzten und bearbeiteten Sendungen zum 2. Johannesbrief in der Reihe „Durch die Bibel“ hören. Dieser Sendereihe liegen Auslegungen des Amerikaners Vernon McGee zugrunde, die dieser in den 60-er und 70-er Jahren zuerst auch als Radiosendungen veröffentlichte. Den Übersetzern lag in diesem Fall jedoch die Buchform dieser Auslegungen vor, und das stellt den Übersetzer vor mehrere Probleme bzw. Aufgaben: Zum Einen muss er aus Schrift-Deutsch wieder Sprech-Deutsch machen. Die Sätze für eine Radiosendung sollten z.B. deutlich kürzer und weniger verschachtelt sein. Zum Anderen muss der Übersetzer bedenken, dass der Hörer Einführungszeichen oder Hervorhebungen im Text wie kursive Schrift nicht hören kann. Zitate müssen also mit wenigen Worten angekündigt werden. Und zum Dritten leben wir heute fast 50 Jahre nach Abfassung der Texte und auf einem anderen Erdteil als der Verfasser. Wäre dieser Text für Historiker zu übersetzen, würde man natürlich nichts ändern und dafür mit zig Anmerkungen des Übersetzers arbeiten. Sind die Rezipienten jedoch Menschen der heutigen Zeit, bedeutet es den Text zu „inkulturieren“, also örtlich und zeitlich zu lokalisieren. Wenn deutsche Leser einen Dr. Unger nicht einfach so kennen, muss man dazusagen, dass es sich hier um einen amerikanischen Theologen handelt. Und wenn wir heute spät abends keine Telegramme mehr von einem bestimmten Dienstleister zugestellt bekommen, muss der deutsche Leser einen ähnlichen Vergleich angeboten bekommen. Denn bei der Erwähnung der Telegramme und des Unternehmens ging es nur um einen Vergleich von Boten und Botschaften heute mit den Propheten im Alten Testament. So ist die Übertragung eines Textes in eine andere Sprache ein komplexer Vorgang. Dieser dient dazu, dass der Leser oder Hörer bestenfalls gar nicht bemerkt, dass der Text ursprünglich in einer anderen Sprache abgefasst war. Und zwar deshalb, weil der Übersetzer ihn da abgeholt hat, wo er in Sprache, Gedanken- und Lebenswelt steht.

„Goliat muss fallen“ erscheint Ende März 2018

Das von mir ins Deutsche übertragene Buch „Goliat muss fallen“ erscheint Ende März 2018. Absolute Empfehlung meinerseits: Dieses Werk hat mich im Laufe der Arbeit an der Übersetzung immer mehr in seinen Bann gezogen. Es ist nicht nur wunderbar geschrieben und voller spannender Geschichten und hervorragender Beispiele, sondern auch sehr ehrlich und echte Lebens-Hilfe.

2018: Mehr Worte übersetzen und nicht nur Wörter

Meine Kollegin Susann Schmidt-Wussow schreibt mir aus der Seele:

„Wisst ihr noch, damals? Als 2.500 Wörter ein respektables Tagewerk waren? Die Zeiten scheinen längst vorbei. … 6.000, ach, was sag ich, 7.000 Wörter am Tag sind plötzlich gar kein Problem mehr, vorausgesetzt natürlich, man benutzt das richtige Tool … Vielleicht ist es ja mal an der Zeit für eine Gegenbewegung wider den allgegenwärtigen Produktivitätswahn. So etwas wie eine Slow-Food-Bewegung des Übersetzens. Damit wir wieder lernen, Texte zu genießen, damit wir nicht vergessen, wie es sich anfühlt, wenn uns eine Übersetzung so richtig gut gelungen ist, nachdem wir noch einmal, zweimal, dreimal daran herumgefeilt haben, bis sie endlich stimmte. … Damit wir besser werden können und nicht nur erfahrener. – Dafür braucht es aber Zeit. Muße. Denkpausen. Es gibt Tage, da muss, darf und soll es schnell gehen. Aber ich wäre dafür, dass wir es nicht zum Goldstandard erheben, möglichst viel Arbeit in möglichst wenig Zeit unterzubringen. Um wieder mehr Worte zu übersetzen und nicht nur Wörter.“ (MDÜ 3/2017, S. 66)

Das ist doch mal ein Vorsatz für 2018: Mehr Worte übersetzen und nicht nur Wörter.

MDÜ: Mit einer Auflage von aktuell rund 8000 Exemplaren ist das MDÜ die auflagenstärkste Fachzeitschrift für Dolmetscher und Übersetzer im deutschsprachigen Raum. Herausgeber des MDÜ ist der BDÜ e.V.

 

UN-Resolution zum Weltübersetzertag

Nun ist es offiziell: Die tragende Rolle der Dolmetscher und Übersetzer für die Verständigung zwischen den Nationen und für den Weltfrieden wird jedes Jahr am 30. September gewürdigt. In Anerkennung dieser Verdienste erklärte die Vollversammlung der Vereinten Nationen am 24. Mai mit ihrer Resolution dieses Datum zum Internationalen Tag der Übersetzung.

Inoffiziell wird der nach dem Schutzpatron der Übersetzer benannte „Hieronymustag“ schon länger genutzt, um die Leistungen professioneller Übersetzer und Dolmetscher ins Licht der Öffentlichkeit zu rücken. Auch der BDÜ reiht sich mit diversen Veranstaltungen landesweit ein und verleiht an diesem Tag insbesondere seinen Hieronymuspreis, mit dem Unternehmen für ihre vorbildliche Zusammenarbeit mit Übersetzern und Dolmetschern ausgezeichnet werden.

Aus dem BDÜ-Newsletter Mai 2017