2018: Mehr Worte übersetzen und nicht nur Wörter

Meine Kollegin Susann Schmidt-Wussow schreibt mir aus der Seele:

„Wisst ihr noch, damals? Als 2.500 Wörter ein respektables Tagewerk waren? Die Zeiten scheinen längst vorbei. … 6.000, ach, was sag ich, 7.000 Wörter am Tag sind plötzlich gar kein Problem mehr, vorausgesetzt natürlich, man benutzt das richtige Tool … Vielleicht ist es ja mal an der Zeit für eine Gegenbewegung wider den allgegenwärtigen Produktivitätswahn. So etwas wie eine Slow-Food-Bewegung des Übersetzens. Damit wir wieder lernen, Texte zu genießen, damit wir nicht vergessen, wie es sich anfühlt, wenn uns eine Übersetzung so richtig gut gelungen ist, nachdem wir noch einmal, zweimal, dreimal daran herumgefeilt haben, bis sie endlich stimmte. … Damit wir besser werden können und nicht nur erfahrener. – Dafür braucht es aber Zeit. Muße. Denkpausen. Es gibt Tage, da muss, darf und soll es schnell gehen. Aber ich wäre dafür, dass wir es nicht zum Goldstandard erheben, möglichst viel Arbeit in möglichst wenig Zeit unterzubringen. Um wieder mehr Worte zu übersetzen und nicht nur Wörter.“ (MDÜ 3/2017, S. 66)

Das ist doch mal ein Vorsatz für 2018: Mehr Worte übersetzen und nicht nur Wörter.

MDÜ: Mit einer Auflage von aktuell rund 8000 Exemplaren ist das MDÜ die auflagenstärkste Fachzeitschrift für Dolmetscher und Übersetzer im deutschsprachigen Raum. Herausgeber des MDÜ ist der BDÜ e.V.